Die Modebranche ist im Umbruch. Gut so, denn die neue Generation bringt frischen Wind in Unternehmen, wenn man sie lässt. Wir haben Universitäten und Modeschulen gefragt, wie sie junge Fashion Professionals auf die Zukunft vorbereiten. Das Ergebnis ist sehr vielversprechend für Brands in Europa.
Keine Branche ist so im Umbruch wie die Modeindustrie. Auf den Fashion Weeks in Barcelona, Amsterdam, Mailand und Kopenhagen gewinnen wirtschaftliche Diskussionen und ziehen mit den Mode-Trends gleich. Intensiv wird diskutiert, wie und in welchem Bereich eine Branche wachsen kann, die schon seit geraumer Zeit von Insolvenzen und Umsatzeinbrüchen geprägt wird.
Neue Ansätze und Konzepte gibt es viele: Nearshore, Fokus auf Nischenbereiche, Time-to-Market im E-Commerce, Effizienzgewinne durch AI und Reduktion der Lagerhaltung mit Design to Order-Konzepten. Klar ist, Veränderungen stehen an für jede und jeden, die in der Modebranche arbeiten. Doch welche ist für viele Marken noch nicht klar.
Bekleidungsunternehmen wünschen sich von Mitarbeitenden in der Zukunft vor allem Agilität, Flexibilität und Resilienz. Wertvolle und hilfreiche Eigenschaften, gerade wenn Veränderungen anstehen. Aber genug, um stabile Pläne für die Zukunft zu entwickeln und umzusetzen? Unternehmen benötigen neben Mut und Bereitschaft zur Veränderung, auch hohe technische Kompetenz. Die neue Generation hat hier viel beizutragen.
Universitäten und Modeschulen helfen Studierenden neue Wege zu denken – aufbauend auf fundierter Fachkenntnis. Spannend ist dabei die Bandbreite von nachhaltigen Materialien bis zur wirtschaftlichen Integration und Forschung im Bereich digitaler Mode. Allen gemeinsam ist eines: der Schwerpunkt auf kreative und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähige Produktentwicklung und dafür setzt man an Schulen und Hochschulen auf die intensive Ausbildung an Softwaretools allen voran 3D genauso wie fundierte Handwerkskunst, Passform-Verständnis und Schnitt- und Materialkompetenz.
Wir haben führende Schulen und Hochschulen im deutschsprachigen Raum befragt: So sehen die Experten der Universitäten die Zukunft der Mode, die anstehenden Veränderungen und setzen ihre Schwerpunkte entsprechend. Die befragten Institutionen gehören zu den Style3D | ASSYST Partnern im Bereich Education.
Die Bekleidungs- und Textilindustrie hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Universitäten tragen dem Rechnung, indem sie die digitale Produktentwicklung lehren und weiterentwickeln. Beispielhaft steht hier die Texoversum Fakultät Textil der Universität Reutlingen. Professor Dr.-Ing. Katerina Rose sieht das übergeordnete Ziel der Universität darin, Studierende zu befähigen, ein virtuelles Produkt zu schaffen, das von seinem realen Pendant kaum zu unterscheiden ist.
Auch neue Geschäftsmodelle und Produktionsansätze prägen die Ausbildung. Martin Veit von der Meisterschule für Mode in München erklärt: „Die Ausbildung in der Modeindustrie hat sich in den letzten Jahren durch die Einführung von 'Made to Order'-Ansätzen stark verändert […] Die Digitalisierung hat die Art und Weise des Designs, der Kommunikation und der Zusammenarbeit grundlegend verändert.“
Technologie und Software sichern die Wettbewerbsfähigkeit der Branche. Dafür müssen die verschiedenen Technologien nahtlos zusammenwachsen. „Die Textil- und Bekleidungsbranche muss Kosten sparen. In unsere Ausbildung setzen wir mehr auf Digitalisierung. […] Vor allem die Komptabilität, das bedeutet, alles wird von einem Arbeitsplatz aus bedient, wird immer wichtiger,“ führt Désirée Hansmann von der Gewerblichen Schule Metzingen aus.
Vor allem der Einsatz von 3D verändert die Produktentwicklung in der Modeindustrie. Studierende beherrschen diese Technologien und können sie sofort einsetzen, um die Entwicklung hochwertiger Produkte zu sichern. Dabei geht es zum Beispiel um die digitale Absicherung der Passform. Durch die Vernetzung von Technologien und Arbeitsschritten wird bereichsübergreifendes Arbeiten immer wichtiger. Produktplanung, Design, Schnittentwicklung und Produktion gehen Hand in Hand. Das Zusammenwachsen von Kreativität und technischem Verständnis ist für die neue Generation selbstverständlich.
»Die Passform ist ein ausserordentlich wichtiger Bestandteil der Produktentwicklung und muss im virtuellen 3D-Bereich neu erfahren und gelernt werden.» Deborah Zurfluh, STF Schweizerische Textilfachschule
„In Zukunft werden interdisziplinäre Fähigkeiten bei der Entwicklung von Bekleidung von großer Bedeutung sein. Die Produktentwicklung erfordert schnitttechnisches Wissen kombiniert mit Designfähigkeiten.“ Ina Vitallowitz, Kerschensteinerschule Stuttgart
„Design und Technik verschmelzen zunehmend – je breiter das Wissen, desto besser die beruflichen Perspektiven.“ Jutta Erb und Timm Kummer, Modefachschule Sigmaringen
Die Herausforderungen der Branche zeigen es: Die Anforderungen an Studierende steigen. Vielseitige Kompetenzen treten an die Stelle einseitiger Stärken. Die Schulen und Hochschulen verbinden die traditionellen Kompetenzen mit digitalen Fähigkeiten und disziplinübergreifendem Denken.
„An unserer Hochschule setzen wir uns aktiv mit dem Spannungsfeld zwischen den traditionellen textilen Fähigkeiten sowie der „neuen“ digitalen Welt auseinander.“ Prof. Dr. Ing. Christian Kaiser, Hochschule Albstadt-Sigmaringen
„Von der Produktentwicklung bis hin zur Fertigung müssen Studierende kreative Fähigkeiten und industrielles Schnitt- und Verarbeitungs-Know-how erwerben.“ Sabine Dirlewanger, Staatliche Modeschule Stuttgart
„Die digitale und virtuelle Produktentwicklung mit all ihren Facetten ist bereits ein Schwerpunkt und wird stetig durch neue Inhalte wie zum Beispiel AI ergänzt.“ Prof. Michael Ernst, Hochschule Niederrhein
In diese Ansätze lassen sich innovative Technologien wie Künstliche Intelligenz produktiv und zielführend in die Produktentwicklung einbinden. Die Kompetenzen der Studierenden können so in der Bekleidungsbranche optimal genutzt werden.
Die Modeschulen und Universitäten in unserer Umfrage
Die befragten Institutionen gehören zu den Style3D | ASSYST Partnern im Bereich Education.
Die Interviews und Programme der Schulen und Hochschulen im Einzelnen finden Sie hier.
Im Interview: Martin Veit, Schulleiter
Web: https://www.designschule-muenchen.de/
Welche Kenntnisse und Fähigkeiten werden künftig in der Bekleidungsentwicklung besonders wichtig sein?“
Die Zukunft der Mode wird von der Fähigkeit getragen, nachhaltige und innovative Materialien zu nutzen und zu beherrschen. Die Beherrschung digitaler Tools ist für die Mode unverzichtbar, um kreative Ideen effizient und präzise umzusetzen. Darüber hinaus wird es immer wichtiger, Design, Technologie und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen, um sowohl ästhetisch ansprechende als auch wirtschaftlich tragfähige Mode zu schaffen. Angesichts sich rasant ändernder Trends müssen unsere Studierenden zudem lernen, flexibel und schnell zu reagieren.
Welche Entwicklungen haben die Ausbildung in den letzten Jahren geprägt?“
Die Ausbildung in der Modeindustrie hat sich in den letzten Jahren durch die Einführung von 'Made to Order'-Ansätzen stark verändert, die Überproduktion vermeiden. Technologische Integration, wie die Nutzung von CAD- und 3D-Software, beflügelt die Kreativität und Effizienz der Studierenden. Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein zentrales Thema geworden, wobei die Ausbildung starkes Bewusstsein und Strategien für ressourcenschonende und zirkuläre Mode fördert. Die Digitalisierung hat die Art und Weise des Designs, der Kommunikation und der Zusammenarbeit grundlegend verändert.
Welche neuen Inhalte oder Schwerpunkte setzen Sie in der Ausbildung Ihrer Studierenden? Welche Rolle spielt Technologie/Software dabei?
In unserer Ausbildung setzen wir auf fortschrittliche Technologien und digitale Tools, wie CAD und 3D-Visualisierung, um Studierenden praxisnahe, zukunftsweisende Kompetenzen zu vermitteln und Designprozesse zu optimieren. Nachhaltige Designideen werden von der Konzeption bis zur Realisierung entwickelt. Kollaborative Lehrmethoden und moderne Technologien spielen eine zentrale Rolle und bieten zudem die Möglichkeit, reale Szenarien nachzubilden und Erfahrungen im Umgang mit aktueller Technologie zu sammeln. Unsere Studierenden lernen, Handwerk, Konzeption, Design, Technologie und Wirtschaftlichkeit zu verbinden, um umfassend auf die Herausforderungen der modernen Modewelt vorbereitet zu sein.
Im Interview: Désirée Hansmann
Web: www.gewerbeschule-metzingen.de
Welche Kenntnisse und Fähigkeiten werden künftig in der Bekleidungsentwicklung besonders wichtig sein?
In Zukunft wird der Umgang mit unterschiedlichster Softwareprogrammen immer wichtiger. Dies beinhaltet nach wie vor hohe fachliche Kompetenz in Schnitt- und Fertigungstechnik.
Welche Entwicklungen haben die Ausbildung in den letzten Jahren geprägt?
Die Ausbildung ist in den letzten Jahren verstärkt geprägt von der Digitalisierung.
In der Textil- und Bekleidungsindustrie müssen Kosten eingespart werden. Daher muss so früh wie möglich präsentiert werden, daher wird immer mehr digital hergestellt, der Prototyp wird überwiegend digital hergestellt.
Welche neuen Inhalte oder Schwerpunkte setzen Sie in der Ausbildung Ihrer Studierenden? Welche Rolle spielt Technologie/Software dabei?
In unsere Ausbildung setzen wir mehr auf Digitalisierung, z.B. für die Schnitterstellung Assyst.CAD, für die Passformkontrolle Style3D, für die technischen Zeichnungen Adobe Illustrator, und für das Modezeichnen Procreate.
Das Zusammenspiel von Technologie und Software spielt eine große Rolle. Vor allem die Komptabilität, das bedeutet, alles wird von einem Arbeitsplatz, aus bedient wird immer wichtiger.
Im Interview: Prof. Dr. Ing. Christian Kaiser, Prodekan Fakultät Engineering
Web: Studium Textil- und Bekleidungstechnologie - Hochschule Albstadt-Sigmaringen, Studium Textil- und Bekleidungsmanagement (Master) - Hochschule Albstadt-Sigmaringen
„Die Vorteile digitaler Entwicklung und Konstruktion von Bekleidung in 3D liegen auf der Hand. Prototypen können schnell angepasst und Missverständnisse zwischen Designer, Entwickler und Produzent deutlich reduziert werden. Unterschiedliche Farben, Muster und Strukturen könnten nahezu mühelos getestet und die Kleidungsstücke im Detail visualisiert werden. Durch die digitale Kommunikation können Kosten und CO2-Emissionen eingespart werden, da man mit der Reduzierung physischer Prototypen weniger Geld, Ressourcen und Platz braucht.“
Welche Kenntnisse und Fähigkeiten sind künftig besonders wichtig?
„In Bezug auf die Entwicklung von Bekleidung ist es zunehmend wichtig Technologie und Kreativität in Studienprofilen zu harmonisieren. Nur auf diese Weise können prozessseitig technologische Chance und marktseitige Anforderungen adäquat in Jobprofilen adressiert werden. Ebenso erleichtert dies perspektivisch Brüche in Workflows zu reduzieren und die Adaption von Schlüsseltechnologien zu beschleunigen.“
Welche Entwicklungen haben die Ausbildung in den letzten Jahren geprägt?
„Ich würde mir wünschen, dass wir es als Gesellschaft besser schaffen zu transportieren, wie wichtig ein tiefes technisches Verständnis als Grundlage für Innovationen und gesunde Unternehmen ist und wie faszinierend ein Studium oder die Ausbildung in einer solchen Disziplin ist. Diese Begeisterung versuchen wir im Kontext der Textil- und Bekleidungstechnologie zu wecken und jungen Menschen spannende Perspektiven zu ermöglichen“
Welche neuen Inhalte oder Schwerpunkte setzen Sie in der Ausbildung Ihrer Studierenden? Welche Rolle spielt Technologie/Software dabei?
„An unserer Hochschule setzen wir uns aktiv mit dem Spannungsfeld zwischen den traditionellen textilen Fähigkeiten sowie der „neuen“ digitalen Welt auseinander. Unsere Überzeugung ist, dass gute Ingenieurinnen und Ingenieure in beiden Welten versiert sein müssen. Wer Prozesse zielführend digitalisieren möchte, profitiert enorm von den handwerklichen Grundlagen, weshalb wir beide Felder in der Lehre sehr intensiv adressieren.“
Im Interview: Prof. Michael Ernst
Web: https://www.hs-niederrhein.de/textil-bekleidungstechnik/
Welche Kenntnisse und Fähigkeiten werden künftig in der Bekleidungsentwicklung besonders wichtig sein?
"Zunehmend werden verknüpfende und übergeordnete Kenntnisse und Fähigkeiten, Prozesstechnologien an Bedeutung gewinnen, die die Komplexität in der Produktentwicklung in Kombination mit den rasanten Technologieveränderungen abdecken ohne aber auf eine fundierte Basis im Bereich Entwurf, Material, Schnitt, Gradierung und Fertigung zu verzichten.
Welche Entwicklungen haben die Ausbildung in den letzten Jahren geprägt?
"Insbesondere in der Ausbildung Textil und Bekleidung hat auch die Digitalisierung in den letzten Jahren immer mehr Raum eingenommen, ist nicht mehr wegzudenken und setzt die notwendigen Impulse auch für die Anforderungen in der Industrie.
Stets sollte aber auch bei aller Digitalisierung, 3D CAD Technologien, KI Tools usw. das eigentliche Produkt nicht in Vergessenheit geraten, welches in der Regel ja immer noch real für den entsprechenden Zielmarkt gefertigt wird."
Welche neuen Inhalte oder Schwerpunkte setzen Sie in der Ausbildung Ihrer Studierenden? Welche Rolle spielt Technologie/Software dabei?
"Die digitale und virtuelle Produktentwicklung mit all ihren Facetten ist bereits ein Schwerpunkt und wird stetig durch neue Inhalte wie zum Beispiel AI ergänzt. Insbesondere neue Technologien und Software spielen hierbei natürlich eine bedeutende Rolle, die eine fortlaufende Anpassung und Weiterentwicklung auch an der Hochschule unabdingbar machen und auch intern im Bereich Forschung VirtualLab selbst entwickelt und vorangetrieben werden."
Informationen für Studieninteressierte: https://www.hs-niederrhein.de/textil-bekleidungstechnik/studieninteressierte/
Informationen für Unternehmen: https://www.hs-niederrhein.de/textil-bekleidungstechnik/unternehmen/
Im Interview: Ina Vitallowitz
Web: Berufskolleg Mode und Design - Kerschensteinerschule Stuttgart
Welche Kenntnisse und Fähigkeiten werden künftig in der Bekleidungsentwicklung besonders wichtig sein?
"In Zukunft werden interdisziplinäre Fähigkeiten bei der Entwicklung von Bekleidung von großer Bedeutung sein. Die Produktentwicklung erfordert schnitttechnisches Wissen kombiniert mit Designfähigkeiten."
Welche Entwicklungen haben die Ausbildung in den letzten Jahren geprägt?
"Die 3D-Visulisierung von Bekleidung zur Entwicklung eines Prototyps ist mittlerweile in vielen Firmen Standard."
Welche neuen Inhalte oder Schwerpunkte setzen Sie in der Ausbildung Ihrer Studierenden? Welche Rolle spielt Technologie/Software dabei?
"Wir setzen Style3D auf vielfältige Weise ein. Aktuell entwickeln die Schülerinnen und Schüler im zweiten Ausbildungsjahr am Berufskolleg für Mode und Design Modellschnitte für Blusen und Hoodies, die sowohl simuliert als auch gemustert und anschließend real genäht werden. Darüber hinaus entwerfen sie Prints, die in die Simulation integriert werden.
Um Zusammenhänge zwischen Schnittgestaltung und Form zu veranschaulichen, werden beispielsweise verschiedene Kragenvarianten konstruiert und simuliert.
Ein besonders wertvoller Aspekt ist die Erstellung eines Avatars mit individuellen Körpermaßen. Die angehenden Meisterinnen und Meister des Damenmaßschneiderhandwerks können ihre Entwürfe durch die individuellen Avatare sehr realistisch darstellen. Bei der Abschlussprüfung werden sie unter anderem für die Passform ihrer Grund- und Modellschnitte eingesetzt.
Die 3D-Visualiserung wird zukünftig ein fester und umfänglicher Bestandteil des neuen Bildungslehrplans für das Berufskolleg Mode und Design im Land Baden-Württemberg sein."
Im Interview: Jutta Erb und Timm Kummer
Web: Modefachschule: Modedesign & Fashion Management Campus
Welche Kenntnisse und Fähigkeiten sind künftig besonders wichtig?
"Die Modebranche entwickelt sich rasant, und mit ihr die Anforderungen an zukünftige Fachkräfte. Flexibilität im Einsatzgebiet ist essenziell, um den vielfältigen Herausforderungen der Bekleidungsindustrie gerecht zu werden. Ein sicherer Umgang mit branchenspezifischer Software sowie Offenheit für neue Technologien, technische Textilien und innovative Verarbeitungsmethoden sind entscheidende Kompetenzen. Wer bereit ist, sich kontinuierlich weiterzubilden und neue digitale Werkzeuge zu nutzen, wird langfristig erfolgreich sein."
Welche Entwicklungen haben die Ausbildung in den letzten Jahren geprägt?
"Die Digitalisierung hat die Ausbildung in der Modebranche maßgeblich verändert. Heute ist ein vielseitiges, breit gefächertes Wissen in verschiedenen Softwarelösungen unerlässlich. Gleichzeitig verlangt die Schnelllebigkeit der Industrie eigenverantwortliches Arbeiten und ein fundiertes Grundwissen über alle Disziplinen hinweg. Design und Technik verschmelzen zunehmend – je breiter das Wissen, desto besser die beruflichen Perspektiven."
Welche neuen Inhalte oder Schwerpunkte setzen Sie in der Ausbildung Ihrer Studierenden? Welche Rolle spielt Technologie/Software dabei?
Unsere Ausbildung geht weit über klassisches Modedesign hinaus. Neben Gestaltung legen wir großen Wert auf Schnitt und Fertigung. Durch ein breites Ausbildungsangebot und individuell wählbare Module können sich unsere Studierenden gezielt spezialisieren. Technologie und Software spielen dabei eine immer wichtigere Rolle. Besonders die Arbeit mit 3D-Programmen ermöglicht nicht nur Designvariationen, sondern auch die Visualisierung von Schnittmodifikationen – ein entscheidender Vorteil in der modernen Bekleidungsentwicklung.
Im Interview: Sabine Dirlewanger, Schulleiterin , Dipl.-Wirtschaftsingenieurin (FH)/Dipl.-Ing. Bekleidungstechnik (FH)
Web: modeschule-stuttgart.de: Home
Welche Kenntnisse und Fähigkeiten werden künftig in der Bekleidungsentwicklung besonders wichtig sein?
Von der Produktentwicklung bis hin zur Fertigung müssen Studierende nicht nur kreative Fähigkeiten und industrielles Schnitt- und Verarbeitungs-Know-how erwerben, sondern insbesondere Kenntnisse in innovativen Technologien wie CAD-3D für die Nutzung von Simulationen oder virtuellen Prototypen erwerben.
Die Künstliche Intelligenz wird hier auch sicherlich künftig eine immer größere Rolle spielen.
Im Interview: Deborah Zurfluh, Studiengangleitung, Dipl. Textil & Bekleidungstechnik HF/Bsc
Web: https://www.stf.ch
Welche Kenntnisse und Fähigkeiten sind künftig besonders wichtig?
«Die virtuelle 3D-Technologie ist in der Produktentwicklung nicht mehr wegzudenken. So werden Formen und Silhouetten gezielter und schneller realisiert, ohne dabei physische Ressourcen aufzuwenden.
Welche Entwicklungen haben die Ausbildung in den letzten Jahren geprägt?
„Das Ergebnis der Zweidimensionalen Schnittentwicklung im virtuellen 3D-Raum sofort überprüfen und anpassen zu können hat den Prozess der Schnittentwicklung verändert. Es ist entscheidend, dass unsere Studierenden diesen Prozess anwenden können. Daher werden sie von Anfang an in das virtuelle Tool Style3D eingeführt.»
Welche neuen Inhalte oder Schwerpunkte setzen Sie in der Ausbildung Ihrer Studierenden? Welche Rolle spielt Technologie/Software dabei?
«Die Passform ist ein ausserordentlich wichtiger Bestandteil der Produktentwicklung und muss im virtuellen 3D-Bereich neu erfahren und gelernt werden. Zudem müssen die physikalischen Eigenschaften eines Materials im digitalen Raum möglichst genau eingefügt und beurteilt werden können. Unsere Studierenden sind in unterschiedlichen Projekten mit dieser Herausforderung konfrontiert und lernen ihre Ergebnisse zu analysieren und kritisch zu reflektieren.»
Studiengänge:
https://www.stf.ch/kurse/bachelor-fashion-design-technology/
https://www.stf.ch/kurse/hfp-fashiondesigner/
https://www.stf.ch/kurse/bp-fashion-spezialist/
Im Interview: Prof. Dr.-Ing Katerina Rose
Web: TEXOVERSUM Fakultät Textil - Stoff für die Zukunft! | TEXOVERSUM
Welche Kenntnisse und Fähigkeiten werden künftig in der Bekleidungsentwicklung besonders wichtig sein?
Die Entwicklung von Bekleidung und anderen textilen Produkten ist in der heutigen Zeit ohne die Unterstützung moderner CAD-Software kaum vorstellbar. Diese Technologie hat sich zu einem unverzichtbaren Werkzeug für die Gestaltung, Visualisierung und Umsetzung von Designs entwickelt. Ob es darum geht, mit unseren Studierenden ein simples T-Shirt, eine komplexe Zeppelinhülle oder eine elegante Handtasche zu entwerfen – Computertechnik spielt in jedem Schritt des Prozesses eine zentrale Rolle.
Welche Entwicklungen haben die Ausbildung in den letzten Jahren geprägt?
Ein essenzieller Bestandteil des Entwicklungsprozesses ist die Visualisierung der Entwürfe in Form von 3D-Bildern. Dies stellt einen der ersten Schritte dar, um Ideen greifbar zu machen und die Proportionen, Formen und Details eines Designs realitätsnah darzustellen. Aber für uns ist das erst der Anfang. Wir gehen über die reine Visualisierung hinaus: Wir verleihen den verwendeten Materialien reale Eigenschaften, indem wir beispielsweise ihre Haptik, Elastizität, Textur oder das Verhalten bei Bewegung und Licht simulieren.
Welche neuen Inhalte oder Schwerpunkte setzen Sie in der Ausbildung Ihrer Studierenden? Welche Rolle spielt Technologie/Software dabei?
Unser übergeordnetes Ziel ist es, ein virtuelles Produkt zu schaffen, das von seinem realen Pendant kaum zu unterscheiden ist. Dabei setzen wir modernste Technologien ein, um eine höchstmögliche Detailtreue zu erreichen. Die Ergebnisse sind so präzise und lebensecht, dass selbst ein ungeübtes Auge das digitale Modell von einem real gefertigten Produkt nicht unterscheiden kann.
Dieser Ansatz ermöglicht nicht nur eine bessere Vorstellungskraft und Entscheidungsfindung im Entwicklungsprozess, sondern auch eine deutliche Reduzierung von Prototypen und physischem Materialverbrauch. Gleichzeitig dient er als Grundlage für innovative Entwicklungen in Bereichen wie maßgeschneiderter Kleidung, funktionalen Textilien und nachhaltigen Produktionslösungen.
Die Verbindung von kreativem Design, modernster Software und realitätsnaher Materialsimulation definiert den Standard für eine zukunftsorientierte, effiziente und umweltbewusste Bekleidungsentwicklung.
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